Wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!

 

So richtig laut wurde es zwar nicht, als sich am Freitag Schülerinnen und Schüler des Biologiekurses der Ludwig-Uhland-Realschule auf dem Marktplatz einfanden, um für einen besseren Klimaschutz zu demonstrieren. Doch das lag nicht etwa an fehlendem Engagement der Jugendlichen, sondern eher daran, dass der Kurs aus gerade einmal 15 Mädchen und Jungen des 7. Jahrgangs besteht, die sich zum ersten Mal öffentlich für ihre Interessen einsetzten und noch etwas schüchtern waren.

Im Biologieunterricht stand in den letzten Wochen das Thema Klimawandel auf dem Programm, und Leon (12) erzählte dabei von den Demonstrationen vieler Jugendlicher, die freitags die Schule schwänzen, um sich Gehör zu verschaffen. Ihr Vorbild ist die 16-jährige Schwedin Thunberg, die diese Aktion ins Leben gerufen hat.

Die Schülerinnen und Schüler des Biologiekurses waren sofort Feuer und Flamme: „Können wir das nicht auch machen?“, schlug Alina (12) vor. Gesagt – getan. Allerdings war man sich schnell einig, dass nicht geschwänzt werden sollte. Also wurden die Biologielehrerin Barbara Fiesel und Schulleiter Benjamin Müller ins Boot geholt, die das Vorhaben ohne zu zögern unterstützten.

Dann ging es an die Vorbereitungen: die Demonstration wurde angemeldet, das Ordnungsamt informiert. Und mit Feuereifer wurden Plakate gemalt.

„Es gibt keinen Planeten B!“, war da zu lesen, und „Warum zur Schule gehen, wenn es keine Zukunft gibt?“ Greta Thunberg sagt, sie hat Angst – und viele Jugendliche teilen diese Angst vor einer drohenden Klimakatastrophe. „Man sieht doch jetzt schon, wohin das führt: Stürme, schmelzende Pole, Dürre. Wie soll die Erde in 20 Jahren aussehen?“, fragt Sam (12). 

Die Schülerinnen und Schüler der Ludwig-Uhland-Realschule finden allerdings, dass es nicht reicht, die Politiker zum Handeln aufzurufen. „Wir alle können und müssen auch selbst etwas tun“, so Giuliana (12). So haben einige der Jugendlichen z.B. bereits die Zeit reduziert, die sie unter der Dusche verbringen. Andere achten darauf, das Licht auszuschalten, wenn es nicht gebraucht wird, oder sie drehen die Heizung herunter. „Das sind zwar scheinbar Kleinigkeiten, aber wenn viele etwas tun, dann können wir unseren CO2-Fußabdruck bestimmt verkleinern!“